Bamias, Giorgos; Boletis, John: Balkan Nephropathy: Evolution of Our Knowledge
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Titel
Balkan Nephropathy: Evolution of Our Knowledge
Originaltitel
s.o.
Autor / Autorin
Bamias, Giorgos; Boletis, John
Erscheinungsjahr / Jahr der Übersetzung
September 2008
Sprache
Englisch
Objekt oder Thema der Forschung
Es ist dies eine Zusammenfassung der Forschungsaktivitäten, die zur Aufklärung dieser oft letalen Nierenkrankheit führten.
Zusammenfassung des Textes
1950 wurde die Krankheit BEN erstmals beschrieben, sie ist aber schon deutlich länger bekannt. Begrenzt auf bestimmte Gebiete entlang der Drau in den Ländern Kroatien, Bosnien, Serbien, Rumänien und Bulgarien erkrankten immer wieder Menschen schwer. Die Symptome waren immer die gleichen, nämlich wie bei einer Niereninsuffizienz im Endstadium verbunden mit Tumoren gesamten Harntrakt.
Obwohl es in den Jahren nach 1956 immer wieder Berichte über dies Krankheit gab, konnte der Grund nicht herausgefunden werden. Und besonders seltsam war, dass es eben nur in den angesprochenen Gebieten vorkam. Und hier auch in manchen Dörfern, das Nachbardorf konnte davon verschont sein.
Weiters ist die Krankheit durch eine lange Inkubationszeit gekennzeichnet. Menschen, die erkrankten, mussten mindestens 15-20 Jahre hier gelebt haben. Dies konnte anhand von Einwanderern bestätigt werden. Die meisten Patienten erkrankten ím Alter von 40-50 Jahren. Das erklärt auch, warum es vor keine Berichte vor dem 2. Weltkrieg gab, da die Lebenserwartung damals niedriger war. Außerdem konnte den Patienten erst ab 1960 durch Dialyse geholfen werden.
Betroffen waren ca. 10.000 Menschen wobei die Krankheit ab 1950 häufiger wurde.
Die Suche nach der Ursache begann früh und war schwierig. Die Menschen in den betroffenen Gebieten versuchten, sich durch Rituale oder Amulette zu schützen, da es keine "irdische" Erklärung für diese Vorfälle gab. Hypothesen wurden aufgestellt und wieder verworfen, jedes Land hatte seine eigenen Eklärungen, die die anderen Länder nicht akzeptierten. Kurzum, es war eine Zeit der Unsicherheit und für die betroffenen Menschen der Angst.
1970 stellten erst Akhmeteli und dann Krogh die Hypothese auf, dass ein Mycotoxin z.B. von Aspergillus verantwortlich sein könnte. Dieses würde über die Nahrung aufgenommen. Dieses Gift hatte aber nie eine Nephropathie ausgelöst und konnte so auch nicht der Grund für die Erkrankungen sein.
Bereits 1967 hat Kazantzis auf einer Tagung die Theorie vertreten, dass mit den Samen von Aristolochia kontaminiertes Mehl verantwortlich sein könnte. Ivić nahm diese Theorie auf und verfolgte sie weiter. Er kannte Veröffentlichungen, dass Pferde, die Heu mit Aristolochia gefressen hatten, an Nephropathie erkrankt waren. Deshalb untersuchte er Mehl und dessen Herstellung. Dabei konnte er feststellen, dass die Saat nicht von unerwünschten Samen befreit wurde. So haben die Menschen über eine lange Zeit niedrige Dosen des auslösenden Giftes zu sich genommen. Allerdings wurden diese Forschungserfolge überhaupt nicht beachtet und notwendige Maßnahmnen eingeleitet.
Das änderte sich schlagartig 1993, als einige Hundert Belgierinnen an der gleichen Krankheit erkrankten. Sie hatten Chinesische Kräuter verzehrt. Und in dieser Kräutermischung wurde Aristolochinsäure festgestellt, die Krebs auslösen kann. Nierengewebe betroffener Patienten wurde untersucht, und es enthielt Derivate der Aristolochinsäure. Diese wurde bei Patienten in Kroatien ebenfalls nachgewiesen.
Weitere Theorien besagen, dass ein Virus verantwortlich ist, vielleicht auch die genetische Disposition. Möglicherweise ist es auch eine Kombination mehrerer Faktoren.
Mittlerweile hat sich die Krankheit stabilisiert, die Neuerkrankungen gehen zurück.
Literaturangabe
American Journal of Kidney Diseases 52,3, pp 606-616
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