Vrsar
Fotogalerie für Vrsar
Lage von Vrsar
Vrsar ist ein Gemeindeort mit 1.620 Einwohnern südlich von Poreč. Zu ihm gehört auch das Dorf Funtana.
Vrsar liegt an der Straße Poreč – Rovinj.
Geschichte von Vrsar
Der Name Vrsar (italienisch Orsera) ist sehr alt. In den mittelalterlichen italienischen Dokumenten findet man den Namen des Städtchens in verschiedenen Variationen: z.B. – Ursaria - Ursarium - Vrsarium - Orsaria
Mit dem Namen Ursaria ist sogar der ganze Küstenabschnitt zwischen Funtana und dem Lim-Fjord bezeichnet. Die Sprachwissenschaftler vermuten, dass zum Grund des Namen Ursari das altmediterrane Wort „ur“ (Quelle) liegt. In den alten Zeiten, als sie entlang der Westküste Istriens übers Meer fuhren, holten die Seeleute Trinkwasser aus den Quellen zwischen Vrsar und Funtana, und so entstand der Name Ursaria. Unter diesem Namen war Vrsar in der römischen und byzantinischen Zeit bekannt. In der kroatischen Bezeichnung wurde „u“ durch „v“ ersetzt und die Endung „ia“ ist mit der Zeit verschwunden. So entstand der kroatische Name Vrsar.
Die Spuren menschlicher Siedlungen kann man auf der Halbinsel bis in die Prähistorie zurückverfolgen. Es wurden Spuren aus der Altsteinzeit und der Neusteinzeit gefunden. In einer Grotte oberhalb vom Lim, unweit von Vrsar, sind Spuren einer prähistorischen Siedlung aus dem Paläeolithikum entdeckt worden (die Grotte des heiligen Romuald). Welche ethnische Zugehörigkeit die Ureinwohner der Halbinsel Istriens hatten, ist nicht bekannt. Die ältesten Einwohner Istriens, deren ethnische Zugehörigkeit feststeht, sind die Histri und Liburni. Die Histri bewohnten den größten Teil der Halbinsel Istrien, ihnen verdankt Istrien auch seinen Namen. Die Liburni lebten nur an der nordöstlichen Küste. Die wahre Geschichte Vrsars beginnt allerdings erst mit der römischen Besetzung Istriens. Die Histiri waren weit bekannt als gefährliche Piraten, sie raubten auch römische Schiffe aus, und so kam es bald zu Auseinandersetzungen. Im Jahr 178 vor Chr. eroberten und vernichteten die Römer die Hauptstadt der Histrer – die Stadt Nesactium -, das heutige Vizace, unweit von Pula. Im 1. Jahrhundert v. Chr. besiegten die Römer auch die Liburen und so wurde ganz Istrien für einige Jahrhunderte Teil des römischen Reiches.
An den Küsten Istriens entstanden römische Kolonien: Parentium = Poreč, Pola = Pula. Im Bereich von Vrsar besaßen einige reiche römische Aristokraten Höfe mit Wohn– und Wirtschaftsgebäuden. Vrsar war in der römischen Zeit mehr als ein Dorf, es war ein wichtiges Handelszentrum für landwirtschaftliche Produkte und Viehzucht. Die römische Straße Via flavia verband im Hinterland von Vrsar: Pula – Poreč – Triest.
Im 2. und 3. Jahrhundert breitete sich in Vrsar eine neue Religion aus – das Christentum. Neben Poreč und Pula wurde Vrsar im 4. Jh. eine wichtige altchristliche Siedlung. In der 2. Hälfte des 5. Jahrhunderts, nach dem Fall des römischen Reiches, war Istrien lange Zeit durch germanische Eroberer – die Goten - besetzt. Der byzantinische Kaiser Justinan (527 – 565) besiegte die Goten und schloss Istrien dem oströmischen Reich an (Byzanz). Im 6. und 7. Jh wanderten die Slawen aus ihrer Urheimat hinter den Karpaten auf den Balkan und in das byzantinische Istrien ein. Die byzantinischen Verteidiger versuchten vergebens, den Eindrang der Slawen (Kroaten und Slowenen) zu stoppen. Ungefähr zwischen 599 und 611 eroberten und zerstörten die Slawen Vrsar.
In der Zeitspanne von 10. bis 18. Jahrhundert war Vrsar administratives Zentrum der Grafschaft der Bischöfe von Poreč. In Wirklichkeit herrschten die Bischöfe von Poreč über Vrsar im Auftrag der römischen Päpste, welche ihren Bischöfen von Zeit zu Zeit ihre Rechte bestätigten. Im Jahre 1177 besuchte der Papst Alexander Paul der III Vrsar auf seiner Reise von Venedig nach Ancona und ist 3 Tage geblieben. Die Bischöfe von Vrsar stellten Verwalter über Vrsar ein, welche die Landgüter verpachteten. Diese Landgüter waren die wichtigste Einnahmequelle für das Bistum Poreč. In der Zeit der Renaissance und des Barocks wurden die Steinbrüche in Vrsar intensiv ausgebeutet. Vom 15. bis 17. Jahrhundert wurde Vrsar einige Male durch die Pest verwüstet. Im Jahr 1778 hob der Senat von Venedig die Kirchenrechte der Grafschaft von Vrsar auf, somit fiel Vrsar unter die direkte Zuständigkeit des Dogen von Venedig. 1797 besiegte Napoleon Bonaparte die Republik des Hl. Marcus (Venedig) und damit fiel Istrien dem österreichischen Kaiser Franz I. zu. 1805 fiel Istrien den Franzosen zu. 1813 bis 1918 gelang es der k. und k. Monarchie Istrien wieder einzunehmen. Im 19. Jahrhundert ist Vrsar eine kleine Dorfgemeinde, integriert in den Bezirk Poreč, und dehnt sich aus. In der Bucht wurde der neue Hafen gebaut. Auf den Berghängen zwischen Meer und Altstadt entstanden neue Häuser. Im Jahr 1900 wurde die neue Schule gebaut. 1918 bis 1943 fällt Istrien an die Italiener. Im Oktober 1943 wurde Istrien von den Deutschen besetzt. Mai 1945 wurde Vrsar befreit. Nach dem Vertrag in Paris 1947 fiel Istrien an die Republik Kroatien im Gefüge Jugoslawiens. Seit 1991 ist Kroatien ein selbstständiger Staat.
Sehenswertes in Vrsar
Altstadt
Neben der Kirche der St. Foska befindet sich das Hauptstadttor der mittelalterlichen Stadt Vrsar. Links vor dem Tor ist die erste Volksschule in Vrsar aus dem 19. Jahrhundert. Auf dem Plateau der alten Stadt Vrsar steht die Pfarrkirche des St. Martin und das alte Kastell (ehemalige Sommerresidenz der Bischöfe von Poreč). In der vorgeschichtlichen Zeit befand sich an dieser Stelle eine befestigte ovalförmige Siedlung der alten Histri, den Ureinwohnern Istriens
Der alte Platz: Im Zentrum von Vrsar befindet sich der alte Platz. Auf dem Platz standen früher viele Gebäude von kulturhistorischer Bedeutung. Das heutige Aussehen des Platzes stammt aus dem 19. und 20. Jahrhundert, aber bis zum heutigen Tage sind einige Reste der alten Architektur erhalten geblieben. Im Gebäude mit der alten Uhr und der Glocke auf dem Dach war einst die Gemeindeverwaltung von Vrsar untergebracht. Heute befindet sich darin die Apotheke. Auf dem Platz war einst eine mittelalterliche Pfarrkirche, diese wurde 1941 zerstört. Auf dem Platz befindet sich ein Denkmal, das den Opfern aus dem 2. Weltkrieg gewidmet ist. Auf der südwestlichen Seite des Platzes befindet sich das alte romanische Tor.
Das alte romanische Tor: Dieses Tor ist im Vergleich zum Haupttor kleiner und wird daher das kleine Stadttor genannt. Das Tor wurde in der 2. Hälfte des 12. oder Anfang des 13. Jahrhunderts gebaut. Es ist aus 13 Steinblöcken gemeißelt und war Teil der Stadtmauer. Die Torflügel sind aus istrischen Eichenholz. Auf einem Relief findet sich auch hier ein gemeißelter Löwe des heiligen Markus. Neben dem Tor sind 2 Kanonenkugeln eingemauert, welche wahrscheinlich von den englischen Schiffen stammen, die Anfang des 19. Jahrhunderts die Städtchen Istriens bombadierten.
Die Kirche der heiligen Foska
Der Baustil der Kirche (erste Hälfte des 17. Jahrhunderts) weist Merkmale aus der Renaissance mit einigen Barockelementen auf. Auf dem Kirchturm befanden sich, bis zur Beschlagnahmung für Kriegszwecke, 2 Glocken aus der Glockengießerei Venedigs. Diese wurden während des 1. Weltkrieges entfernt. Anstelle der entfernten Glocken wurde 1922 eine neue Glocke aufgehängt, auch diese wurde zu Kriegszwecken, diesmal während des 2. Weltkriegs, entfernt. Sie wurden aber für die diversen Kriege wohl doch nicht gebraucht und sind heute im Turm neben der Kirche des hl. Martin ausgestellt. In der restaurierten Kirche befindet sich heute eine reiche Sammlung sakraler Gegenstände, unter anderem Abbildungen der Folterung des heiligen Foska aus dem 17. Jahrhundert.
Kirche des heiligen Antons
In der Nähe des alten Tores befindet sich das Kirchlein des heiligen Anton von Padua aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts ( 1656). Der heilige Anton von Padua war jedoch nie auf dem Gebiet des heutigen Kroatien tätig. Das innere der Kirche ist renoviert und im Sommer werden darin von Zeit zu Zeit Kunstausstellungen veranstaltet.
Pfarrkirche Sv Martin
Die Grundsteine wurden 1804 gelegt, der Bau wurde in der Zeit der französischen Besetzung (1805 bis 1813) fortgesetzt, danach lagen die Bauarbeiten jahrelang brach. In der Zeit 1927 bis 1935 wurden die Bauarbeiten beendet und die Kirche fertiggestellt. Der Bischof von Poreč, Trifun Pederzolli, hat sie am 19.03.1935 festlich geweiht.
Palast des Erzbischofs
Neben der Pfarrkirche befindet sich der halbzerstörte Palast, welcher einst die Sommerresidenz der Bischöfe von Poreč war. Im 12. und 13. Jahrhundert besaßen die Bischöfe einen bescheidenen romanischen Palast, doch im Laufe der Jahrhunderte war der ursprüngliche Palast ununterbrochen umgebaut und erweitert worden. Der Palast war mit einer Verteidigungsmauer und Schießtüren umgeben, Reste der Mauer sieht man noch heute. Im 19. Jahrhundert wurde der Palast Eigentum der Patrizierfamilie Vergotini aus Poreč.
Skulpturenpark
In unmittelbarer Nähe von Vrsar befindet sich der Skulpturenpark von Dušan Džamonja. Auf dem Hügel dicht am Meer, auf mehr als 10 Hektar Weide, befinden sich das Atelier des Künstlers, Werkstätten und der Skulpturenpark. Džamonjas Skulpturen, die mit Hilfe von Nägeln und Ketten entstehen, haben besondere Aufmerksamkeit erregt beim internationalen Publikum der Biennale in Venedig in den sechziger Jahren. Die Werke des Künstlers sind in den Museen in New York, London, Paris, Sao Paolo, Antwerpen und vielen anderen Städten der Welt ausgestellt.
Ausflüge in die Umgebung
- Dvigrad
- Gräberfeld bei Barbariga
- Hum ,die kleinste Stadt der Welt
- Poreč
- Pula
- Rovinj
- Skulpturenpark von Dušan Džamonja
- Wasserfall Ponor Butori
- Wasserfall Sopot
- Wasserfall Zarečki Krov
- Wasserfall in Kotli
Anreisetipps nach Vrsar
Restaurants in Vrsar
In Vrsar direkt:
Im Großraum von Vrsar:
Hotels in Vrsar
Pensionen/ Apartments / sonstige Unterkünfte
- Vrsar - Fam. Matkovic - Apartments
Campingplätze in Vrsar
- Vrsar - Koversada Naturist Camping
- Vrsar - Valkanela Camping
- Vrsar - Camping Porto Sole
- Vrsar - Camping Turist
Veranstaltungen in Vrsar
Baden in Vrsar
Medizinische Versorgung / Apotheken in Vrsar
Zahnarztpraxis: DR. ZDENKO PETRINJAK, Dalmatinska 56, 52450 VRSAR, Tel. +385 52 441 792,
Apotheke: Trg Degrassi, Tel: 441-347
Dienstleistungen in Vrsar
Bank:
- Laguna Banka
- Primorska 8
- Vrsar
- Tel: 00385-(0)52-442 414
Friseur Saloon
"Victoris" d.o.o., Inhaberin Ankica Topic, Brostolade 15, 52460 Vrsar, Tel: 00385 981747829
Internetzugang:
TA Adriatic, Obala m. Tita 6, Tel: 00385 52 441 338
Buffet Nieves, Obala m. Tita 23, Tel: 442-325
Vrsar Info, Primorska 6, Tel: 441-0121
Wäscherei:
Wäscherei "Gisela", Brostolade 58, 52450 Vrsar
TAXI - Unternehmen
Zović Gverino, Tel: + 385 91 515 77 07
Busbahnhof: Saline bb
- Vrsar
- Tel: 00385 (0)52-432 153
Postamt: Saline
- Vrsar
- Tel: 00385 (0)52- 441 391
- Öffnungszeiten: Mo - Fr: 8:00 Uhr bis 16:00 Uhr, Sa: 8:00 Uhr bis 15:00 Uhr
Tankstelle:
- OMV
- Obala M.Tita bb
- Vrsar
- Tel: 00385 (0)52- 441 170
- Öffnungszeiten:
- Mo-Sa: 7:00 Uhr bis 20:00 Uhr (im Sommer: 0:00 Uhr bis 24:00 Uhr)
- So: 7:00 Uhr bis 14:00 Uhr (im Sommer: 7:00 Uhr bis 22:00 Uhr)
Geschäfte in Vrsar
Supermärkte:
Obala M. Tita 10, Tel: 052/441 566 Geöffnet von Mo - Sa 7:00 Uhr bis 20:00 Uhr So 7:00 Uhr bis 12:00 Uhr
Goran Market, Brostolade 120, Geöffnet von Mo - So 7:00 Uhr bis 20:00 Uhr
Market Istra, Dalmatinska 37, Geöffnet von Mo - So 7:00 bis 21:00 Uhr
Freizeittipps für Vrsar
Reiten in Vrsar
Jahalište Vrsar, Airport Vrsar, Tel: +385/ 99 21 66 407
Tauchschulen in Vrsar
- A.M.D.C. Vrsar, Autocamp Vrsar, Tel. +385/52/441 784
- Starfish Diving Center,Autokamp Porto Sole,52450 Vrsar, Tel/Fax +385-52-442119
Ausflugsboote im Hafen von Vrsar
Am Hafen von Vrsar stehen verschiedene Ausflugsboote bereit. Karten sind erhältlich an der An- bzw. Ablegestelle.
Magla:
- Ausflüge nach Rovinj
- Panoramafahrten um die Inseln von Vrsar
- Limfjord
Meduza:
- Panoramafahrten nach Rovinj
- Fischpicknick
- Fahrt in die Bucht vom Lim
Elena:
- Panoramafahrt in die Bucht vom Lim
- Nachtfahrt nach Rovinj
Nachtleben
Web-Tipps
- Folgende Nutzungsbestimmungen werden mit der Nutzung des Kroatienlexikons akzeptiert: Nutzungsbestimmungen